Samstag, 23. Mai 2026

Es ist nur ein guter Kilometer. Aber wir schnaufen nicht schlecht, als wir endlich bei der Sixt-Station im Radisson Blu ankommen. Es ist halt doch nicht unanstrengend, zwei gut 20 Kilo schwere Taschen über rumpelige Gehwege zu ziehen. Aber gut. Exercise of the day: done!
Wir übernehmen den Mietwagen, einen Renault Austral, und machen uns auf den Weg durch die Walachei. Unser erster Stopp … ist gleich ein Flop. Das Kloster Sinaia liegt eigentlich wunderschön vor der Kulisse der Bucegi-Berge. Leider sehen wir von der Schönheit des Klosters nichts, weil es komplett hinter einem Baugerüst verschwindet 😡
Wer uns (ok, vor allem mich) kennt, weiß: Da sirren jetzt ganz schlechte Vibes durch die Luft. Die zum Glück schnell verschwinden, weil wir hinter dem Klosterparkplatz auf einen Waldweg zum Schloss Peleş abbiegen.


An diesem durchaus idyllischen Schlösslein angekommen schwanken wir zwischen Staunen und Entsetzen angesichts der Tourimassen, die sich den Weg hinauf schieben. Wir können der Besichtigung von Schlössern grundsätzlich wenig abgewinnen und haben deshalb nicht vor, uns Peleș von innen anzuschauen. Was sich als weise Entscheidung herausstellt, denn die Schlange am Eingang ist elend lang.


Also machen wir ein paar Fotos von außen, spazieren noch die wenigen Meter zum „Nebenschlösschen“ Pelișor und sehen zu, dass wir zurück zum Parkplatz kommen.
Wir wollten einen netten Zwischenstopp. Genau das war es. Not more, not less. Und jetzt geht’s auf nach Brașov und damit nach Siebenbürgen, wo alles (mindestens) zweisprachig ist. Die Siebenbürger Sachsen halten bis heute deutsche Traditionen und vor allem die deutsche Sprache am Leben. Und das fühlt sich teilweise ganz schön schräg an …
Es geht los mit den Ortsnamen. Wir übernachten heute in Brașov. Oder auch Kronstadt. Geht beides und einen umgarischen Ortsnamen gibt’s auch noch. An den Häuserwänden finden sich deutsche Sinnsprüche (die teilweise schon ziemlich seltsam sind). Und es gibt deutsch-evangelische Kirchengemeinden. Weird. Aber halt „historisch gewachsen“.

Wir mögen Brașov auf Anhieb. Ein nettes Städtchen mit vielen restaurierten und renovierten Häusern, jede Menge Lokale, die ihre Tische nach draußen geräumt haben, und drumherum ganz viel Grün.
Und alles ist hier in Rumänien (bisher zumindest) irgendwie unkompliziert. Ich hatte mit dem Hotel Casa Chitic Balcescu gechattet und einen Parkplatz reserviert, denn die sind in Brașov Mangelware. Kein Problem. Zwanzig Minuten, bevor wir da waren, eine kurze WhatsApp und als wir vor die Hoteltür rollen, kommen schon zwei junge Kerle und schieben die Mülltonnen beiseite, die „unseren“ Parkplatz blockieren 🤣
Auch das Wetter kommt so langsam in Urlaubslaune. Wir spazieren bei Sonnenschein durch das Städtchen, gönnen uns ein Ankommensbier und machen Touriprogramm. Echt hübsch hier!


Und während wir so durch Brașov schlendern, dreht mein Handy plötzlich durch. Hä? Ich bin verwirrt (und überfordert), eine Warnmeldung auf Rumänisch. In dem verzweifelten Versuch, mein Handy dazu zu bringen, nicht mehr hysterisch zu tröten, drücke ich die Meldung weg.
Was war das jetzt? Um uns herum klingeln, rasseln, hupen immer mehr Handys. Als das von Dirk losschrillt, sind wir vorbereitet, finden den englischen Text und müssen schmunzeln. Es ist tatsächlich eine Bärenwarnung. Ein Braunbär wurde in der Nähe gesichtet und das löst eine Warnung aus. Eigentlich gar nicht schlecht.
Jetzt aber weiter mit Brașov. Die Kathedrale ist für unseren Geschmack etwas überschätzt und eher langweilig, aber der kleine Spaziergang zum Schwarzen Turm lohnt sich, denn der Blick von dort auf ebenjene Kathedrale und die Dächer von Braşov ist definitiv nice!


Und nachdem wir die letzten beiden Tage rumänisch gegessen haben, widmen wir uns heute … der deutschen Küche 😂 Was eher Zufall ist, denn das Lokal „Zum Rosenanger“ lockt uns erst einmal damit, dass es klein und schnuckelig etwas abseits der Touriströme liegt. So kommen wir zu Schnitzel und Apfelstudel und beenden mehr als froh gelaunt einen absolut gelungenen Urlaubstag.
Wir nutzen das herrliche Wetter am nächsten Tag noch einmal für ein paar Fotos von Brașov, bevor wir uns von hier verabschieden. Hat uns richtig gut gefallen, so darf das weitergehen.
Wir berichten natürlich auch auf FindPenguins über unsere Tour durch Rumänien.
Wir freuen uns, wenn ihr uns folgt und mitreist.
Unsere Reiseroute: